Warum ich mir einen 3D Drucker gekauft habe

Oktober 22, 2018 - Lesezeit: 3 Minuten

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Was ist ein 3D Drucker?

Heute möchte ich euch meinen 3D Drucker vorstellen. Es handelt sich um das Modell "Anycubic i3 Mega". Ich habe ihn mittlerweile 1 Jahr im Einsatz und schon viele Gegenstände damit hergestellt.

Mit einem 3D Drucker ist es möglich mithilfe von Vorlagen reale Gegenstände aus Kunststoff herzustellen. Das am weitesten verbreitete Material ist PLA. Oft wird auch ABS verwendet (das habe ich selbst noch nicht ausprobiert) welches vor allem in der Hitzebeständigkeit und Robustheit gegenüber PLA punktet. Allerdings ist deren Verwendung während des Drucks etwas umständlicher.

Der zu erstellende Gegenstand wird schichtweise gedruckt. Eine bewegliche Düse spritzt dabei verflüssigtes PLA auf ein Druckbett. Sind alle Punkte einer Schicht gedruckt, dann bewegt sich der Druckkopf etwas nach oben, um die nächste Schicht zu drucken. Dabei sind die Schichten sehr dünn (0,1 mm), so dass sehr feine Strukturen möglich sind.

Der Druck eines Gegenstands kann Stunden, aber auch mehrere Tage dauern. Beinflussende Faktoren sind Schichthöhe, Größe des Gegenstands und Komplexität der Form.

Die Daten, die ein Drucker verarbeitet basieren auf einem 3D Modell. Dieses Modell kann der Scan eines real existierenden Körpers sein oder eine 3D Konstruktion. Diese wird mithilfe eines Programms ("Slicer") in Schichten zerlegt. Diese Umwandlung enthält neben den Informationen der zu druckenden Schichten auch Informationen zur Druckgeschwindigkeit, Drucktemperatur und viele weitere Daten. Diese Zusatzinformationen sind wichtig, da jeder Drucker andere Grundeinstellungen benötigt, um ein optimales Ergebnis zu liefern.

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Was kann man mit einem 3D Drucker anstellen?

Mit den handelsüblichen 3D Druckern kann man Gegenstände aus Kunsstoff drucken. Die Größe des Körpers ist dabei von der Druckfläche abhängig. Üblich sind 20x20x20 Zentimeter. Mittlerweile sind aber auch um Hobbybereich 3D Drucker erhältlich, die darüber hinaus gehen. Um größere Gegenstände zu drucken, kann man diese in mehrere Teile zerlegen und später zusammenkleben.

Aber was drucke ich konkret?

Ersatzteile

Ich habe mit meinem Drucker ein Ersatzteil für den Fensterheber eines Oldtimer-Porsches gedruckt. Diese Teile werden meist sehr teuer im Internet gehandelt. Da es sich um ein kein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, welches außerdem nicht von außen zu sehen ist, habe ich mich für den 3D Druck entschieden. Die Konstruktion ging schnell vonstatten. Ein paar Testdrucke haben gereicht um das optimale Ergebnis zu erzielen.

Modellbau

Ich bin ein großer Modellbaufan. Oft lohnt es sich für Hersteller nicht, bestimmte Nischenmodelle anzubieten, nicht einmal in Kleinserie. Und wenn doch, dann sind diese extrem teuer. Fans erstellen viele 3D Modelle und bieten diese als Dateien für 3D Drucker im Internet an.

Ich habe mir zum Beispiel den Cyberdemon aus der Computerspielreihe „Doom“ gedruckt.

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Mein bisher aufwändigstes Projekt war der DL-44 Blaster von Han Solo aus der Star Wars Spielfilmreihe.

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Elektronisches Zubehör

Gerade im Computerbereich wird für Bastler einiges geboten. Ich habe mir da vor allem Gehäuse für den Kleincomputer „Raspberry Pi“ gedruckt. Für meine 3D Brille „Oculus Rift“ Halter für Kameras.

Sinnvolles Zubehör für einen 3D Drucker

Ich habe einen Raspberry Pi direkt angeschlossen. Weiterhin eine Kamera. Dadurch ist es mir möglich, den 3D Druck über ein Web Interface zu überwachen. Das ist vor allem dann angenehm, wenn der Drucker in der Werkstatt ist, man aber von anderen Orten aus den Druck überwachen möchte. Funktionen wie die Anzeige der Restdruckzeit ermöglichen runden das Webtool ab.

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Je nach Drucker sind weitere Zusätze möglich, aber nicht notwendig. Ich habe bei meinem Drucker die Kühlung des Druckkopfs optimiert durch verbesserte Luftströmung. Natürlich standesgemäß mit Teilen aus dem 3D Drucker.

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Braucht man einen 3D Drucker?

Sicher nicht, es ist ein „Spielzeug“ mit dem man oft anderes Spielzeug druckt. Aber bei den mittlerweile geringen Preisen (um die 200,- für einen Bausatz) ist es schon eine Überlegung wert. Auch gerade für das Prototyping ist es ideal, da man 3D konstruierte Gegenstände schnell einem Realitätscheck unterziehen kann. Und wenn man ein Bastler ist, dann geht auf mittlere Sicht eh kein Weg an einem 3D Drucker vorbei.